SCHNUPPERrunde im ökologischen Irrgarten.

Damit die Wirtschaft weiter läuft, hat der Staat in der Finanzkrise 2008  Verluste aus gierigen und unverantwortlichen Spekulationen übernommen, auf Kosten der Steuerzahler. Damit nicht genug, wird nun nach E.Eppler (SZ 6.9.11) die demokratische Selbstbestimmung in Europa von der Finanzwirtschaft ausgehebelt  - Schulen und andere soziale Aufgaben müssten zurückstehen, die wirtschaftliche Motorik  würde autark  (und Deutschland wird chaosfähig, sagt eine grüne Stimme).  Das erinnert an die Situation eines fahrlässigen Schwimmers, der in der Angst unterzugehen sich so fest an den Retter klammert, dass beide in die Tiefe gezogen werden.

Der großzügige Umgang mit der Ressourcen der Wirtschaft führt nicht nur zu deren baldiger Erschöpfung  (peak oil ) , den Weltklimaproblemen, größer werdenden Unterschieden ( odi iniquitatem  sagt Ovid, um seine Verfolgung und Verbannung aus Rom zu erklären; er hat sich gegen die Ungleichheit gewehrt, dass einige  "gleicher" als die anderen sein wollen und andere bevormunden ). Die Umweltbelastung nimmt zu, mehr Land wird  seinen natürlichen Aufgaben entzogen , die Lebensqualität nimmt  ab.

Die leichten fossilen Brennstoffe  erschöpfen sich, werden knapper. Besonders in Ostasien wird die sehr klimaschädliche Kohle mehr herangezogen. 

Außerdem steigt die Nachfrage und die Preise folglich auch für land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse. Ersatz durch mehr Biomasse- Anbau konkurriert mit der Nahrungsmittelerzeugung, ausgeglichenerer Bewirtschaftung, Naturausgleich und Artenvielfalt  - besonders die Vielfalt der Pflanzen ist bedroht.     

   Im Mittelalter verarmte  der Waldboden durch die damals übliche Waldweide  an Mineralien. Bei einer Biomasse- Nutzung großer Flächen ohne entsprechende Rückführung entzogener Stoffe   nehmen solche Schäden zu.           So droht nun schon Phosphor im Boden knapp zu werden; er fließt mit Urin weg; mit schon in der Erprobung befindlichen Trenntoiletten kann er eigens gesammelt und rückgeführt werden. Auch erste Versuche zur Rückhaltung in Kläranlagen gibt es in B-W.

Im18.Jahrhundert wurde in der Forstwirtschaft die Nachhaltigkeit (sustainability ) im sächsichen Forst entwickelt, der Bergbau dort benötigte Hoz . Sie hat sich dann überall durchgesetzt, ehemals kahle Schwarzwaldberge sind heute wieder dicht bewaldet. Eine Entlastung kam nicht zuletzt durch den Kohlebergbau, sodass für Industrie ( die Glasindustrie hatte sich zunächst im Mittelgebirge  angesiedelt ) und Haushalt nicht nur Holz zur Verfügung stand.

Unsinnig weitet sich die Massentierhaltung aus, statt Kraftfutter wie  Soja für die menschliche Ernährung zu nutzen  (z.B. mehr Sojadrink oder entsprechende Yoghurtprodukte wie "Seidentofu",wenn die Sojabohnen nicht direkter verwendet werden wie in Tempeh ) wird es über den Umweg Fleischerzeugung verwendet und dafür fünfmal mehr Land benötigt. Außerdem ist das Fleisch der meisten Tiere  der Ursprung des größeren Teils der Herz-Kreislauferkrankungen  -- ( im Gegensatz etwa zum bisher kaum genutzten Fleisch der in Australien massenhaft verwilderten Kamele oder auch der Bisons, die in geringem Maße als Dauerweidetiere gehalten werden).

Nachhaltiges Wirtschaften weiterzuentwickeln ohne vorherige Verschwendung und Verwüstung passiert nur in wenigen Winkeln der Erde  wie z.B. in dem von Entwicklungshelfern diesbezüglich gelobten Bhutan, am Rande des Himalaya.  Die  Infrastruktur und die Lebensgewohnheiten wären umzukrempeln. -  Bei zunehmend knapper werdenden fossilen Ressourcen können sich am ehesten noch die reichen Länder Nachschub sichern.

Bei wirtschaflicher Stagnation oder einem Engpass verstehen es zudem gewissenlose Händler, durch Horten unverschämte Gewinne auf Kosten der Ärmsten und Hungernden zu machen, so wie es im internationalen Weizenhandel  geschieht.

Es kommt sehr auf die Einstellung der Bürger und die persönliche Lebensführung an, um den Aufwand auf ein verträgliches Maß zurückzuführen.

  Carlo Petrini, der Herold von slow-food erinnert sich, wie früher einmal " die letzten Krümel vom Teller gekratzt"  wurden, während nun abertausende Tonnen Lebensmittel im Müll landeten.    *)   ...Wie kann man wegkommen vom Konsumismus  ,der Wegwerfgesellschaft. (schließlich fehlt die Selbstachtung) und der zugrundeliegenden Gewalt ?   

Auch in einigen westafrikanischen Staaten gäbe es teilweise schon eine neue Generation, für eine solidarische Landwirtschaft (und Ernährung) von dem eigenen Land , nach Petrini.        In der ganzen Welt gibt es viele Kleinbauern und Selbstversorger. Sie wurden oft durch subventionierte Lebensmittelimporte ruiniert; nun das Land wird von Agrarkonzernen beansprucht und die Kleinbauern werden verdrängt oder vertrieben.

 

*)s.a.  S.Kreutzberger , V.Thurn  Die Essensvernichter. Warum die Hälfte....  Die FAZ (7.9.11) titelte: So produzieren wir den Hunger der Welt